Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners

Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners

In den nächsten Wochen wird auch uns in Ladbergen das Thema Eichenprozessionsspinner beschäftigen.
Ich wurde bereits von mehreren Bürgerinnen und Bürgern gefragt, was ich bei einem Wahlsieg am 13.09.2020 als Bürgermeister der Gemeinde Ladbergen gegen diese Plage unternehmen würde.

Was sind Eichenprozessionsspinner?

Der Eichenprozessionsspinner ist ein Schmetterling (Nachtfalter) und man trifft seine Raupen ausschließlich auf Eichen an. Zur Häutung und Verpuppung ziehen sie sich in Gespinstnester zurück, welche dann auch in Ladbergen an den Eichen oftmals in großer Anzahl zu sehen sind. Sie können eine Größe von bis zu einem Meter erreichen. Es wird davon ausgegangen, dass der Klimawandel die explosionsartige Vermehrung des EPS begünstigt.

Ein Kontakt mit diesem Eichenprozessionsspinner kann für Menschen sehr unangenehm werden. Für Unbehagen sorgen dabei die Brennhaare der Raupen, die ein Nesselgift enthalten. Ein Kontakt mit den fast unsichtbaren Härchen löst bei Menschen und Tieren Hautausschläge sowie Brennen und Juckreiz aus. Seltener kommt es auch zu schwereren Reaktionen wie Atemwegsreizungen, Bindehautentzündungen oder Fieber. Die feinen Haare halten sich auch an den Kleidern und Schuhen mit ihren Häkchen fest.

Ladbergen und der Eichenprozessionsspinner!

Bald ist es wieder soweit: Die Raupen des Eichenprozessionsspinners werden zahlreiche Bäume im Gemeindegebiet in Beschlag nehmen. Bereits in der Vergangenheit haben wir auch in unserem Ladbergen unter der Verbreitung des Eichenprozessionsspinners gelitten. So musste z. B. auch das Ladberger Bärenfest und andere Veranstaltungen aufgrund dieser Raupe abgesagt werden. Außerdem wurden Spielplätze und andere öffentliche Räume für uns Bürgerinnen und Bürger gesperrt!

Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners in Ladbergen

Die Mitarbeiter des Bauhofes nehmen aktuell in allen sensiblen öffentlichen Bereichen wie Kindergärten, Schulen, Haltestellen und Sportanlagen und auch den übrigen öffentlichen Flächen regelmäßige Sichtkontrollen vor, um direkt geeignete Maßnahmen zur Bekämpfung einleiten zu können. In Ladbergen werden bzw. wurden in diesem Jahr verschiedene Maßnahmen zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners durchgeführt:

  • Es wurden 50 EPS-Fallen im Innenbereich von Ladbergen an Eichen angebracht
  • Sobald ein befallener Baum im öffentlichem Raum entdeckt bzw. gemeldet wird, wird ein Spezialunternehmen zur Beseitigung der Nester durch Absaugen beauftragt
  • Vorrangig im Bereich von Straßenrändern (Baumreihen) und an Plätzen mit einem dichten Bestand von Eichen wird eine Spezialfirma mit einem Sprühfahrzeug zur Gefahrenabwehr befallene Eichen mit dem Bio- Insektizid „Bacillus thuringiensis“ besprühen. Für Menschen, Tiere oder Pflanzen ist dieses Mittel nicht schädlich
  • Es wurden zahlreiche Vogelnistkästen an Bäumen angebracht, um die natürlichen Feinde des EPS zu stärken

Wie würde ich als Bürgermeister der Gemeinde Ladbergen mit der EPS – Problematik umgehen?

Die oben genannten Maßnahmen werden von mir ausnahmslos befürwortet und unterstützt. Sie werden hoffentlich in diesem Jahr ihre Wirkung erzielen und somit die negativen Folgen für die Ladberger Bürgerinnen und Bürger reduzieren.

Organisatorische und auch mechanische Verfahren wie das Absaugen von Gespinsten sind sehr effektiv und meines Erachtens dem Einsatz von Bioziden grundsätzlich vorzuziehen. Die Förderung der Biodiversität sowohl in unseren privaten Gärten als auch in öffentlichen Flächen scheint hier zielführend zu sein. Die natürlichen Feinde des EPS wie z. B. die Meisen, Brackwespen, Schlupfwespen und Raupenfliegen müssen gestärkt werden.

Sinnvolle Maßnahme kann die Anlage von Blühstreifen, Wildblumen-wiesen und artenreichen Hecken sein.
Maßnahmen zur Förderung der natürlichen Gegenspieler sind ein wichtiges Element einer umfassenden Strategie zur Bekämpfung des EPS. Stein- bzw. Schottergärten sind hier nicht der richtige Weg. Hier bedarf es weiterer Aufklärung der Bürgerinnen und Bürger durch Fachvorträge oder Schaffung von Anreizen durch die Gemeinde Ladbergen wie z. B. kostenlose Verteilung von Blumensamen oder Initiierung eines Wettbewerbes zur Gartengestaltung!

Sowohl das „Teutoschleifchen“ als auch der Nordic Walking Pfad in Ladbergen werden von zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern genutzt, führen jedoch zu einem großen Teil über private Grundstücke. Hier gilt es selbstverständlich die Privateigentümer bei der Bekämpfung des EPS intensiv zu unterstützen. Auch hier ist m. E. vorrangig die Anbringung von Vogelnistkästen und EPS-Fallen durch den Bauhof zielführend. Obschon es sich um Privatgrundstücke handelt, ist ein Absaugen von Nestern in für Personen gefährdeten Bereichen (z. B. auf Augenhöhe bzw. Kopfhöhe) auf Kosten der Gemeinde Ladbergen notwendig, damit diese Wege auch im Sommer weiterhin zu Erholungszwecken dienen können.

Da auf diesen o. g. Wegen jedoch eine Vielzahl von Eichen innerhalb größerer Waldgebiete vorhanden sind, ist m. E. leider eine flächendeckende Bekämpfung, selbst unter Einsatz dieser Maßnahmen, kaum möglich.
Da das massenhafte Auftreten des Eichenprozessionsspinners in Siedlungsbereichen (Parks, Spielplätze etc.) ein gesundheitliches Risiko für Menschen darstellt, befürworte ich auch den lokal begrenzten Einsatz von Bioziden zur Sicherung der menschlichen Gesundheit.

Sollten diese Maßnahmen nicht ausreichend sein, werde ich mich, um die Ladbergerinnen und Ladberger vor dieser „Plage“ zu schützen, für einen höheren Haushaltsansatz im kommenden Jahr einsetzen, damit Maßnahmen nochmals verstärkt werden können.

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